CAFÉ SCHÖNSTEDT

 

Über 40 Künstler aus unterschiedlichen Bereichen Video, Sound, Malerei /Zeichnung, Skulptur und Performance -unter ihnen mehre Student und Absolventen der Kunsthochschule Weißensee erarbeiteten gemeinsam unter der Regie des Instituts für Raumforschung, vernetzt, im kontroversen Dialog die Präsentation ortsbezogener Arbeiten im stillgelegten Gefängnis Neukölln.

 

Das Gefängnis Neukölln im Hof des Amtgerichts ist trotz seiner zentralen Lage an der Karl-Marx-Straße bei den meisten Bewohnern Neuköllns unbekannt. Um zwei Innenhöfe gruppieren sich Büro- und Gefängniszellen. Besonders der zweite Gefängnishof hat eine spezielle Stimmung, die mit der Innenstadtlage stark kontrastiert.

 

Wie eine Insel, der eigentlichen Gesellschaft enthoben, spiegelt dieser Ort dennoch alle ihre Facetten. Solch ein Ort, von Foucault als Heterotopie gezeichnet, kann Kristallisationspunkt sein, an dem sich gesellschaftliche Funktionsweisen offenbaren.

Die Nutzarchitektur aus der Zeit der letzten Jahrhundertwende hat eine starke Ausstrahlung, die eine Haltung provoziert.

 

Das Gefängnis ist ein Ort, in dem die Gesellschaft gleichzeitig repräsentiert und in Frage gestellt wird. Es ist ein Ort für den die Abwesenheit von Luxus programmatisch ist und somit auch ein Ort, an dem die Bedeutung, den Luxus für die Gesellschaft hat, besonders deutlich wird. Es ist in diesem Sinne Synthese und Antipode des Broadways, der ironische Spitznamen „Café Schönstedt“ bringt dies auf den Punkt!

 

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© 2017 SEBASTIAN SEITZ